Der Name Köln
Der Name Köln hat eine lange Geschichte. Aus der römischen Bezeichnung Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) entwickelte sich im Mittelalter Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia Agrippina sowie “Cöln” in der Neuzeit und ab 1919 der heutige Namen Köln. Die Metropole am Rhein ist eine der wenigen Städte in Deutschland, die in vielen Sprachen eine eigene Bezeichnung aufweisen (zumeist aus dem römischen Colonia abgeleitet), wie in Italien und Spanien Colonia, in Portugal Colônia, in Frankreich Cologne, im englischsprachigenen Raum Cologne, in der Türkei Kolonya und in den Niederlanden Keulen.
Überblick zur Geschichte der Stadt
Um 19 vor Chr. siedelten die Römer unter ihrem Statthalter in Gallien, Agrippa, die bis dahin rechtsrheinisch siedelnden Ubier im späteren linksrheinischen Kölner Gebiet an und gründeten das “Oppidum Ubiorum” (zivile Siedlung der Ubier) und machten den Ort unter dem Prinzipat des Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) zu einem zentralen Ort in Germanien. In 50 n. Chr. erhielt diese Siedlung die höchsten Rechte einer römischen Stadt mit dem Namen “Colonia Claudia Ara Agrippinensium” – CCAA (Stadt römischen Rechts des Kaisers Claudius, des Altars des Kaiserkults und der Agrippinenser) und wurde eine der wichtigsten Städte des römischen Reiches nördlich der Alpen. Die Verleihung der Stadtrechte hatte die Frau des Kaisers Claudius, Agrippina veranlasst, die 15 n. Chr. als Tochter des Heerführers Germanicus und dessen Frau Vipsania Agrippina im Oppidum Ubiorum geboren worden war. Mit der Erhebung der Siedlung zu einer Colonia begann eine enorme Entwicklung des antiken Köln. Aus der Abkürzung CCAA wurden später die Namen Colonia und noch später Cöllen, Cöln und Köln.
Im Mittelalter (vor 962) gehörte Köln zunächst zu den fränkischen Reichen, danach zu dem neuen römisch-deutschen Kaiserreich und ab 1288 wurde die Stadt de facto eine freie Reichsstadt. Das mittelalterliche Köln hatte ab 10. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit (insbesondere als Handelsmetropole und als Pilgerstadt). Köln war im Frühmittelalter bis Anfang des Hochmittelalters flächen- und einwohnermäßig die größte Stadt nördlich der Alpen. Im späteren Mittelalter (um 1400) hatte die Stadt ca. 40000 Einwohner, war eine der größten und bedeutendsten Städte Europas und bis zum Anfang des 16. Jahrhundert die größte Stadt im Gebiet des späteren Deutschlands. Der große Pilgerstrom setzte ein durch die Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln in 1164 und den dadurch ausgelösten Bau des großen gotischen Kölner Doms ab 1248.
Nachdem das “Heilige römische Reich deutscher Nation” sich in 1806 auflöste, fielen das Rheinland mit Köln an das Königreich Preußen und Köln wurde preußische Festungsstadt. Die Rheinmetropole Köln entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer modernen Großstadt. Die Region profitiert dabei wie schon im Mittelalter von der sehr verkehrsgünstigen und zentralen Lage in Europa. Heute ist das moderne Köln mit ca. 1 Mio. Einwohnern die viertgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschlands nach Berlin, Hamburg und München. In seiner über 2000-jährigen Geschichte ist Köln von ca. 97 ha mit ca. 20.000 Einwohnern bei Gründung der römischen “Colonia” (50 n. Chr.) über 401 ha nach Bau der großen Mauer (ab 1180) auf heute 40500 ha mit ca. 1 Mio. Einwohnern gestiegen.